Selbstachtung - Teil I: So hängen Selbstachtung und Erfolg miteinander zusammen

Aktualisiert: 10. Jan 2019

Selbstachtung ist ein psychisches Phänomen, das maßgeblich mit unserem Erfolg zu tun hat. Welche Mechanismen genau dahinter stecken und wie du sie auf positive Weise für dich nutzen kannst, erfährst du in dieser Reihe.


  • Wovon lebt unsere Selbstachtung?

Jeder Mensch sehnt sich nach zwei Dingen: #Liebe und #Anerkennung. Diese zwei Ziele sind jedem Menschen ins Herz gelegt worden und sie nähren unsere Selbstachtung. Diese zwei sind die emotionalen Kernbedürfnisse eines jeden Menschen. Jeder möchte das Gefühl haben, geliebt zu sein und etwas zu können – kompetent zu sein. Mit all unseren Aktivitäten versuchen wir, diese Bedürfnisse zu befriedigen. In jedem Bereich wollen wir diese beiden Gefühle erzeugen.


Ein Beispiel hierfür ist eine Mutter, die innerhalb der Familie unter anderem eine Vorbildfunktion und eine versorgende Funktion hat (sie ist also kompetent – sie wird anerkannt). Sie möchte aber auch gleichzeitig von den anderen Familienmitgliedern geliebt werden. Im Job ist es nicht anders: wir möchten von Kollegen als Experte auf unserem Gebiet geachtet werden und gleichzeitig gemocht und respektiert werden.


  • Wird nur eines der Kernbedürfnisse erfüllt, so fühlen wir uns frustriert, abgelehnt oder nicht ernst genommen

Wer möchte schon von seinem Partner geliebt, aber in seinen Fähigkeiten nicht geachtet werden? Wir würden uns dann vorkommen, wie ein Kind. Oder anders herum: wer würde gern in einer Umgebung arbeiten wollen, in der zwar alle Kollegen die Fähigkeiten des jeweils anderen schätzen – aber niemand mag sich?

Nein, beide Kernbedürfnisse wollen befriedigt werden – und zwar ständig! Es nützt einer Person zum Beispiel wenig, wenn sie sich einmal als Kind geliebt gefühlt hat und seit dem aber nie wieder.


  • Selbstachtung ist ein fließendes Gebilde aus vielen kleinen Einzelteilen

Selbstachtung ist kein starres, festgelegtes Merkmal unserer Persönlichkeit, das wir als Erwachsene nicht mehr im Stande sind, zu ändern. Der Grad unserer Selbstachtung kann sich im Laufe unseres Lebens verändern – sei es durch äußere Einflüsse wie unseren Partner, unseren Beruf oder ein einschneidendes Erlebnis. Besonders zwischenmenschliche Beziehungen und unser beruflicher Status haben großen Einfluss auf den Selbstwert vieler Menschen. Hier ist jedoch folgende Frage sehr spannend: Was war zuerst? War da zuerst die bessere Selbstachtung, die es mir ermöglicht hat, im Vorstellungsgespräch zu glänzen um so einen besseren Job zu bekommen? Oder ist vielleicht mein neuer Freund dafür verantwortlich, dass meine Selbstachtung gestiegen ist?

Es ist wie mit der berühmten Henne und dem Ei: bestimmte Lebensumstände gehen nun einmal mit einer hohen Selbstachtung einher und gewisse Lebensumstände sind wiederum für die Selbstachtung von Bedeutung.


Meistes ist es jedoch nicht nur ein einzelnes Ereignis, das unsere Selbstachtung bestimmt. Unsere Selbstachtung ist immer die Summe aus vielen, vielen verschiedenen Faktoren.


  • Wie genau hängen Selbstachtung und Erfolg miteinander zusammen?

Eine Person mit geringer Selbstachtung jedoch zögert sehr lange vor jeder Entscheidung und kommt in manchen Situationen vielleicht sogar nie in die Handlung. Dies verringert die Chancen auf einen Erfolg ungemein und verringert die Selbstachtung sogar noch mehr. In Zukunft wird die Person sogar noch mehr vor Entscheidungen und Handlungen zurückscheuen. Die Person blockiert sich selbst, traut sich nichts zu, kommt nicht in die Handlung. Sie wird immer langsamer und kommt womöglich irgendwann zum Stillstand. Und da Bewegung und Wachstum Merkmale von Lebendigkeit sind, führt Stillstand im Umkehrschluss unweigerlich zum Tod.


Eine Person mit hoher Selbstachtung hingegen traut sich auch etwas zu und kommt schneller in die Handlung. Wer in der Lage ist, schnell zu Handeln kann auch eher Erfolge erzielen, da ja einfach die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges mit jeder Handlung entsprechend höher wird. Jeder Erfolg wiederum wertet diese Person auf. Muss die Person einmal eine Niederlage einstecken, so wird sie nicht sofort völlig zusammenbrechen – dafür sorgt die hohe Selbstachtung – und sie wird bald wieder einen neuen Versuch starten. Erfolgreiche Menschen scheinen in einem Strudel zu stecken – und das tun sie tatsächlich. Sie bewegen sich unaufhaltsam vorwärts im Leben, ernten Erfolge und wachsen unaufhörlich – sie scheinen lebendiger zu sein.


Fraglich ist jedoch hier, aus welchen Quellen ein erfolgreicher Mensch seine Selbstachtung bezieht. Die Quelle der Selbstachtung entscheidet zwischen wahrer Liebe und Anerkennung oder toxischen Abhängigkeitsmustern.


Wie du mit gesunder Selbstachtung zum Erfolg gelangen kannst, liest du im zweiten Teil.


Herzlichst, Deine Rebecca

©2018 by Rebecca Gerike.