Selbstachtung - Teil II: So führst du dich mit gesunder Selbstachtung zum Erfolg

Selbstachtung und Erfolg hängen unweigerlich miteinander zusammen und bedingen sich gegenseitig. Aus welchen Quellen du deine Selbstachtung schöpfen kannst, welche davon toxisch und welche gesund sind, erfährst du hier.


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  • Von wem machst du dich abhängig?

Unsere Selbstachtung hängt also wesentlich davon ab, inwiefern unser Bedürfnis nach Liebe und Anerkennung genährt wird. Und die Schlüsselfrage ist doch an dieser Stelle: kann es denn wirklich sein, dass meine Selbstachtung von anderen Menschen abhängt? Und hier sage ich ganz klar: nein! Kein Mensch hat es verdient, der passive Spielball seiner Umgebung zu sein und nur daraus seinen Wert zu beziehen. Erfolgreiche Menschen, die ihre Selbstachtung von anderen Menschen abhängig machen, neigen dazu, opportunistisch zu werden. Wie ein Fähnchen im Wind ändern sie je nach Wetterlage ihre Richtung und bringen sich so durch ihre Diskontinuität selbst zu Fall.


Wohin eine solche Abhängigkeit hinführen kann, wenn wir trotzdem erfolgreich sein wollen – da wollen wir nicht hin. Aber wir sind schneller in diesen toxischen Mustern, als und lieb ist: wenn wir Erfolg haben wollen und gleichzeitig unsere Selbstachtung nur über andere Menschen definieren würden, dann müssten wir uns zum Beispiel stets damit beschäftigen, schön zu sein und die tollsten Dinge einzukaufen. Denn dann könnten wir unseren Besitz vorzeigen und andere neidisch machen. Wir müssten bei Gesellschaftsspielen wie Monopoly immer die Nummer eins sein und mit dem Finger auf den zeigen, der Letzter geworden ist. Wir müssten in Diskussionen immer Recht haben und vielleicht sogar schlecht über andere reden.


  • Kaufen, Angeben, Kritisieren, Mobben, Lästern, im Zweifel sogar Lügen

All das sind Emporkömmlinge verzweifelter Versuche, seine Selbstachtung künstlich über andere Menschen zu definieren und hoch zu halten. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich beim Schreiben auch selbst etwas kalt erwischt habe. Als ich die Recherchen zu diesem Artikel begonnen habe, dachte ich nicht, dass ich mir sogar selbst einen kleinen Stolperstein legen würde. Denn auch ich kenne diese – nennen wir sie „menschlichen Neigungen“: schnelle Befriedigung über Konsum, sich mit Hilfe von Lästern über andere erheben, sich gut fühlen dank Angeberei. Autsch. Das ist pures Gift für wahre Beziehungen, wahre Anerkennung, wahre Liebe, wahre Selbstachtung, wahres Leben.


  • Wie dürfen wir unsere Selbstachtung nähren, ohne dass es toxisch wirkt?

Es klingt so banal und ist deshalb so schwer: Jeder Mensch hat seinen Wert einfach durch sein Sein. Völlig ohne zutun. Wir sind – jeder Einzelne – so wunderbar geschaffen, kunstvoll gestaltet und genau richtig, wie wir sind. Es ist so unglaublich, dass wir unseren Selbstwert in anderen Dingen oder Menschen suchen. Denn er steckt in uns selbst! Jeder Mensch hat einen wunderbaren göttlichen Funken in sich und ist auf so wundervolle Weise mit dem Schöpfer des Universums verbunden, wie es nur ein Mensch sein kann. Wir können so dankbar sein, für alles was wir sind und für alles was wir können. Wir sind bewusste Wesen, die sich Austauschen und aneinander wachsen können. Wir können lesen, schreiben und sprechen. Wir sind soziale Wesen, und absolut einzigartig in unserer Schöpfung. Wir sind alle Wesen mit einer Seele, die uns überwältigende Dinge fühlen lässt, einem Geist, mit dem wir uns auf wundersame Weise mit allem verbinden können und einem Körper, den wir benutzen dürfen, um uns in dieser Welt zurecht zu finden. Wir können denken, wählen und reflektieren!

Uns wurde allen eine rechtschaffende Natur gegeben, wir fühlen uns mit anderen Menschen zusammengehörig und haben ein in unser Herz gelegtes Gewissen – unser moralischer Kompass. Und wir haben alle eine Aufgabe, eine Berufung, die nur auf unserem eigenen Leben liegt. Sie treibt uns in eine bestimmte Richtung, lenkt unsere Schritte, erzeugt Sehnsüchte und wärmt unser Herz von innen, wie ein Schluck warmer Tee. Ist das nicht wundervoll? Ist das nicht genug Anerkennung? Ist das nicht genug Liebe?


  • Wie kann ich das in die Praxis umsetzen?

Betrachte dich selbst mit den Augen deines eigenen 8-jährigen Ichs und staune über das, was du bereits geschafft und geschaffen hast. Betrachte deine bisherigen Schritte in deinem Leben voller Liebe und erfreue dich an dir selbst! Und wenn es Dinge gibt, die dein 8-jähriges Ich an dir nicht gut finden würde, dann werde auch dir selbst gegenüber wieder wie ein Kind: vergib dir selbst, versöhne dich mit dir, akzeptiere dich und finde deine Selbstliebe! Zeige dir selbst gegenüber Achtung und überlege dir, was du für deine Zukunft anders machen kannst und erweitere deine Kompetenzen. Willst du vielleicht besser mit deinem Körper umgehen? Vielleicht mit dem Rauchen aufhören und dich um einen neuen Job bemühen? Oder willst du weniger Müll produzieren? Weniger mit deinem Partner streiten oder dich mal wieder bei deinen Eltern melden?

Und dann tu es! Deine Selbstachtung steigert sich durch dein Handeln!

Denn tatenlose Hände sind des Teufels bestes Werkzeug.


Herzlichst, deine Rebecca

©2018 by Rebecca Gerike.