Jeden Tag sterbe ich ein bisschen - und jeden Tag werde ich ein bisschen neu geboren


Ich lasse Gedanken los, die mich lange begleitet haben - denn sie tun mir nicht mehr gut.

Ich lasse diese Gedanken sterben.

Ich verabschiede mich liebevoll von ihnen.


Der Abschied tut weh und irgendwie will ich das nicht.

Ich habe mich an sie gewöhnt, sie geradezu lieb gewonnen.

Aber ich weiß, es ist das einzig Richtige.

Es fühlt sich an, als müsste ich einen geliebten Freund gehen lassen.

Und er hinterlässt eine Lücke in meinem Herzen.


Doch gleichzeitig schöpfe ich Mut aus neuen Gedanken.

Das mag zunächst vielleicht anstrengend sein.

Das liegt daran, dass sie ungewohnt sind.

Das ist ein bisschen wie Fahrrad fahren oder schreiben lernen.

Und es fühlt sich ein bisschen an, als würde ich mich auf eine neue Beziehung einlassen.

Ich entdecke einen neuen Menschen.

Ich kenne ihn noch nicht. Doch ich bin interessiert.

Neugierig. Gespannt auf alles, was mich gemeinsam mit diesem Menschen noch erwarten darf.


Ich spüre, dass dieser Mensch richtig für mich ist. Dieser Mensch füllt die Lücke - diesen Platz, der da in meinem Herzen gerade eben frei geworden war. Wenn dieser Mensch bei mir ist, fühle ich mich wohl, geliebt, ganz. Jedes Mal, wenn ich an ihn denke, freue ich mich. Ich bin regelrecht verliebt. Dieser Mensch ist mein zuhause, mein Heil.

Dieser Mensch bin ich!

©2018 by Rebecca Gerike.